Veränderungen…

[geschrieben im Juni 2018]

Hui das ist ja dolle lange her, das ich hier geschrieben habe. Mal abgesehen von meinem letzen Posting, das ich meine Geliebte verkaufe ;-), sind es fast 3 Jahre! Es ist nicht so, dass nichts passiert ist. Es ist eine Menge geschehen, aber scheinbar war mir nicht danach, der Welt Bericht zu erstatten. Dies möge sich nun ändern. Denn das Leben besteht aus Veränderungen, aus Hochs und Tiefs und aus Zeiten des Gleichklanges. Aber hier nun ersteinmal die schlechte Nachricht, das es „ENDUROwandern“ nicht geben wird. Aber die gute Nachricht ist, es wird sich ‚nur‘ der Name ändern. Obwohl, so ganz stimmt das nicht, denn es wird eine Verschiebung von 2 auf 4Rädern geben. In meinem letzten Beitrag hatte ich ja schon geschrieben, dass ich meine Prinzessin verkaufen will um mir ein Auto zu kaufen. Nein kein stink normales. Eines mit Charakter, Geschichte und vorallem mit einer bestimmten Größe. Ein Wohnmobil.

Meine Prinzessin ist noch zu haben! (Liebe Inga, falls Du das liest, Dir würde ich sie wirklich, wirklich total gerne überlassen! Aber mach Dir keinen Streß, denn solch eine Entscheidung soll gut überlegt sein. Nicht nur wegen der finanziellen Investition sonder ganz besonders, weil Dich dann ein Virus befällt! Ein gutartiger, aber ein Virus – der 2Radvirus 🙂 ) Irgendwie habe ich es mit Hilfe von Freunden und einem unglaublich symphatischen Händler geschafft, das ich in 2 Tagen den Kaufvertrag für eine alte Feuerwehr unterschreibe!! Wie sie in mein Leben trat, ich mich auf den ersten Blick in die verliebt habe, welche Probleme wir haben, zusammen zu finden und eine Verbindung auf Lebenszeit 😉 einzugehen, darüber werde ich in einer neuen Kategorie hier auf crosseria.de berichten. Vermutlich wird sie ‚Feuerwehr‘ heißen, dies ist aber nur ein Arbeitstitel, bis Die Dicke einen richtigen Namen bekommt. Hmm 🤔 vielleicht sollte ich die Kategorie „Die Dicke“ nennen? Muss ich noch drüber nachdenken. Also der Name. Den kann sie erst bekommen, wenn wir mal richtig zusammen unterwegs waren. Derzeit ist das noch nicht möglich, da sie keinen TÜV hat und noch nicht zugelassen ist. Aber dazu in meinem ersten Posting unter „Feuerwehr“ oder „Die Dicke“ dann mehr.

Warum lasse ich crosseria.de? Und warum schreibe ich hier nun wieder (hoffentlich einigermaßen regelmäßig)? Und warum habe ich so lange nichts von mir ‚hören‘ lassen?

Ich fange mal mit der letzen Frage an.
Nun ja, einerseits kam Leben dazwischen und andererseits kam eben Leben dazwischen. Als ich meine Rumänienreise mit der Prizessin machte, da ging es mir nicht wirklich gut. Ich war aus der Bahn geworfen. Ich tickte nicht mehr wie ich es gewohnt war, eigentlich wußte ich nicht mal, wie genau ich tickte. Das ist schwer zu beschreiben, irgendwie fühlte es sich so an, als ob jemand den Stecker gezogen hätte, dann eine andere Festplatte eingebaut hat, hochgefahren ist und ein völlig neues Betriebssystem installiert hat. Ich war bei mir selbst Systemadministrator, User oder besser DAU (DümmsterAnzunehmenderUser), Nerd, Virus, Trojaner und Mensch. Aber hauptsächlich war ich verwirrt und irretiert. Ich habe es trotzdem geschafft, irgendwie meinen Job zu machen, damals war ich Öffentlichkeitsreferentin im Onlinebereich. Da mir aber der Job und die Verantwortung zuviel wurde, bin ich auf Teilzeit gegangen. Die beste Entscheidung meines Lebens! Mein damaliger Arbeitsgeber wollte das nicht, aber gut, es gibt ja Arbeitnehmerrechte und Teilzeit gehört definitiv dazu. Auch hatte ich mir externe, professionelle Hilfe gesucht. Allein dieser Umstand war ein Zeichen, das es mir echt Scheiße ging. Denn wenn ich eines NICHT konnte, dann jemand anderes um Hilfe bitten.

Irgendwie konnte ich mein ‚neues‘ mir unbekanntes Leben auf die Reihe bekommen. Konnte mich neu sortieren und habe mir aus lauter Verzweiflung nicht das Leben genommen. Ich lebe noch und das ist das beste überhaupt. Nach ca. 2-3 Jahren war ich wieder einigermaßen stabil ohne täglich durchzudrehen, mir 1.000.000 mal die Sinnfrage zu stellen. Kam über den Tag ohne an mir zu verzweifeln. Konnte damit irgendwie leben, nicht auf jede Frage eine Antwort zu bekommen und lernte die richtigen Fragen zu stellen. Ich sag‘s Euch. Das waren harte, verdammt harte Jahre. Aber ich stabilisierte mich. Ich sah wieder Licht am Ende vom Tunnel. Ich konnte wieder atmen. Und wie es so häufig im Leben ist, es kommt etwas und es geht etwas. In dieser Phase meiner Selbstfindung und aus dem Loch ziehen, hat eine liebe Freundin entschieden, das sie ihr Leben nicht mehr leben mag.

Oder nicht mehr kann. Ich weiß es nicht. Denn sie hat nichts, wirklich nichts hinterlassen. Außer uns, die Lebenden, die bleiben. Die mit diesem Scheiß irgendwie fertig werden müssen.
Die schlaue Mascha Kaléko hat mal geschrieben:

Bedenke: Den eigenen Tod,
den stirbt man nur.
Doch mit Tod der
anderen muß man leben.“

[Update Monate Später: Diesen oben geschrieben Text habe ich nicht veröffentlicht, keine Ahnung warum… aber ich tue es jetzt, im Januar 2019, denn er erklärt, warum es hier nicht mehr Endurowandern heißt und auch die Leidenschaft weg ist oder besser, sich verlagert hat und statt dessen eine ‚Hermine‘ in mein Leben getreten, nee, gerollt ist und sie ist keine dicke rote Feuerwehr, die 20 Liter Benzin uff 100 km säuft, sondern ein stink-normaler Sprinter von Mercedes, mit einem bösen Dieselmotor aber natürlich mit Partikelfilter und daher grüner Plakette… aber dazu mehr im nächsten Post.]

2 Kommentare

  • Liebe Sandra, ich bin gespannt auf dein gesabbel. also her damit.
    Du hast hoffentlich viel zu erzählen. ich hab noch gute Augen und n funktionierendes Herz zum aufnehmen.
    Hermine heißt sie also, wusste ich gar nicht. Werde sie jetzt immer persönlich grüßen.

  • Liebe Kay, das wird mir Hermine berichten, ob sie wirklich jeden Tag ordentlich und vor allem ❤️lich von Dir gegrüßt wird .
    Vor allem aber, schön, dass Du hierher gefunden hast, mit Deinem scharfen Blick und offenem ❤️en.

    Ich sitze gerade auf Rügen in Hermine auf einem noch nicht eröffneten Caravanstellplatz, mein charmantes: „Oh bitte bitte, ich will doch nur eine Nacht stehen bleiben… hab auch alles dabei… Wasser, Strom und Clo.“ hat die Dame wohl erweicht, mir und Hermine Nachtasyl zu geben und das absolut schöne und noch voll ungwohnte: Ich habe seit gestern wirklich alles nötige an Bord, Solar auf‘m Dach welches meine Zusatzbatterie lädt und wenn wie gerade heute, die Sonne sich verpisst und Dauerregen den Vorrang läßt, dann lädt ein feines Zusatzgerät die Batterie fährend der Fahrt und dann habe ich Strom für Licht und fließend Wasser, kann NDR Kultur hören, mein Ipad laden, mir nebenher Spagettis kochen … und es ist kuschelig warm, da meine kleine feine sibirische Zusatzheizung anstandslos ihren Job tut.

    Ich fange an, dieses Leben zu genießen!! Und all die letzten Monate planen und zeichnen und berechnen und bauen und verwerfen haben fangen an, sich auszuzahlen.
    … So denn, danke für Dein Kommentar, freut mich sehr!! Jetzt heißt es aber ran an die Spagettis. Juten Hunger!!

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