Mehr als ein WohnMobil – Hermine

Vom Hausmeisterauto zum WohnMobil in 3.563 Schritten … Na noch nicht weggeklickt? Schön. Und nein, ich werde jetzt nicht alle 3.563 Umbauphasen beschreiben, sondern nur … ein paar. Es gibt genug Ausbauseiten und Selbstfilmefilmchen auf YouTube. Hier gehts mir nur um eine grobe Beschreibung der Metamorphose von einem Sprinter zu einem Sprinter mit Heimatstatus – Hermine. Wobei, Hermine hieß die ersten Monate Er/Sie/Es Sprinti und erst bei einer rotweinlastigen Spülmaschinenreparatur bei und mit meiner Ex schwirrte mir HERMINE durch Kopf, blieb und alles war klar. Er/Sie/Es möchte gerne weiblich gelesen werden – Pronomenfrage geklärt 👍.

Nach 1 1/2 Jahren bundesweiter der Suche, stand sie keine 10 Minuten ums Ecke bei mir. Ein absoluter Glücksgriff, nicht nur die Nähe, sondern sie erfüllte alle, außer einen, Punkte auf meiner Wunschlist. Stehhöhe, unter 3,5 Tonnen, SprintShiftSchaltung, das ist die kurze Gangschaltung, max. 100.000km auf‘m Buckel, mittlere Länge, noch einiges mehr, was mir jetzt nicht mehr einfällt und wichtig, unter 5.000 €uronen. Was sie nicht hatte, was ich bisher aber auch nicht vermißt habe, elektrische Fensterheber (ich spiele so gerne an Knöpfen 😂).

So hat alles begonnen …


Hier ein paar harte Eckdaten:

  • Mercedes Sprinter 311 CDI
  • Baujahr 2001
  • WohnMobilzulassung
  • Diesel mit Partikelfilter
  • 150.000 km, Stand 08/2022
  • Leergewicht 2.050 kg, aktuell 2.860 mit vollem Dieseltank (75l) und Wassertank (25l)
  • Tempomat, von mir nachgerüstet
  • 2x 100W Solarpanel auf‘m Dach
  • Ladebooster (lädt beim Fahren) eine
  • 104 Ah Bordbatterie
  • und noch einiges an Elektrozeuch
  • Beifahrersitz auf Drehkonsole – genial!!!
  • Trockentrenntoilette – nie mehr ohne
  • 12V Außendusche mit extra 25l Wasserkanister
  • 3flammiger Gasherd
  • Spüle mit 25l & Saugpumpe zur Kaltwassermischbatterie
  • 25l Kühlbox
  • 2D Planar Diesel-Standheißung
  • Fahrradträger
  • … da kommt bestimmt noch einiges hinzu oder manches geht verloren … (Stand 08/2022)

Der BMI vom Sprinter:

Wer aus Berlin ist, erkennt vermutlich das Design von Hermine … (-> Lösungslink).

Der Spaß beginnt

Im Sommer 2018 fing dann der Spaß an. All die YoutubeVideos und Ausbaublogs konnten nun in meine oder besser Hermines Realität umgesetzt werden. Ein Jahr lang nahm meine Nachbarschaft rege Anteil an jedem einzelnen Schritt: Von leerem Kastenwagen zu heimeligen WohnMobil. So ist das, wenn‘s keine eigene Werkstatt gibt und alles auf der Straße stattfindet. Teilweise bin ich da sozial sehr an meine Grenzen gekommen. Ich bin zwar ein erstkontaktfreudiger Typ Mensch, aber wenn ich etwas mache, was ich zuvor noch nie gemacht habe, dann wäre ich da lieber alleine. Aber egal. In den kalten Wintermonaten, wenn dir draußen die Finger fast am kalten Blech festgefroren sind, hab ich unten im Mietshauskeller den Innenausbau, soweit es ging und hauptsächlich die Schubläden, gemessen, gesägt, geschraubt, geflucht. Immerhin war es da einigermaßen warm und trocken.

Am aller-aller schlimmsten war, das erste Loch in Hermine zu schneiden – das Dachfenster. Drei Fenster und 15 Löcher später blieben die Schweißperlen weg und es wurde fast normal und toi toi toi, alles (bisher) dicht – dank Sikaflex und Co.
Nachdem ich mit meinem Nachbarn Manuel bei 12 Grad und naßkalt die Solarpanels raufgeklebt hatte, bin ich wochenlang immer mit dem Gefühl gefahren, die Dinger fliegen mir weg! Aber diesen ängstlichen Blick in die Seitenspiegel, ob sie hinter mir auf der Straße liegen … den hab ich schon lange nicht mehr, puh.

Im Winter konnte ich meine Null-Kenntnisse bzgl. Nähmaschine auf: Ich-schaffe-das! erweitern:

Und nach ersten Fahrten und ordentlichem Gerumpel in den Schubläden gabs Nachbesserung:

Der Winter 2018/19 war lang und gab mir Zeit, mich mit dem Thema Toilette zu befassen. Meine damalige Freundin war der Meinung, sie bräuchte keine, ich war und bin ein Homescheißertyp. Ich brauche mein eigenes Clo! Der Platz in einem Transporter ist ja nun nicht so üppig, aber nach einigem verwerfen und neu berechnen ist die TTT (TrockenTrenntoilette) vom unterm Bett zu unterm Herd gewandert. Ist frau allein, kann die Schiebetür offen bleiben. Geschäft mit Panorama machen 👍:

Zur TTT muss ich noch sagen: Irgendwann baue ich noch einen 12V Lüfter ein. Auch wenn die Fest- und Flüssigstoffe getrennt werden und damit keinen stinkenden Ammoniak bilden können, so ganz geruchlos ist die ganze Angelegenheit nicht. Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich ein sehr, wirklich sehr olfaktorischer Mensch bin. Trotzdem, DIE BESTE ENTSCHEIDUNG ever!!

So. ein Anfang meines Ausbautagebuchs ist gemacht. Demnächst kommt mehr. Nacht Gemeinde.

Ein Kommentar

  • Wow – was für ein Glücksgriff und einfach genial, wie du die Schublade für Tassen & Kaffeemühle gestaltet hast! Den Untertitel zur Breite des Fahrzeuges “1,84 – knapp um queer zu schlafen” feiern wir sehr! 🙂

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.